Ab 1. März 2017 gelten folgende Regelungen:
Für den Dom gilt ein striktes Verbot für das Mitführen von großen Koffern, Reisetaschen, Wanderrucksäcken. Handgepäck bleibt erlaubt (Handtaschen, kleine Rucksäcke und kleine Rollkoffer).
Das Mitführen von eigenen Sitzgelegenheiten (z. B. Klappstühle) ist nicht gestattet.
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Baptisterium

Bild (c) Pia Modanese

Das Baptisterium als frühestes bauliches Zeugnis des Christentums in Köln

Vom frühchristlichen Baptisterium hinter dem Domchor ist heute nur noch die achteckige Piscina (Taufbecken) mit eingeschwungenen Seitenwänden sichtbar. Sie und die Fundamente des dazugehörenden Gebäudes wurden 1866 und bei erneuten Grabungen in den Jahren 1926 und 1968 archäologisch untersucht. Dabei konnte unter dem Taufbecken ein älteres Becken aufgedeckt werden, von dem sich allerdings nicht nachweisen lässt, ob es bereits zur Taufe genutzt wurde. Bei der oberen Piscina handelt es sich hingegen eindeutig um ein Taufbecken, das aufgrund seiner Form und des archäologischen Umfelds mit hoher Wahrscheinlichkeit in das 6. Jahrhundert datiert werden kann. Es ist damit das älteste bekannte bauliche Zeugnis frühen Christentums in Köln.

Über den Ecken der ursprünglich wohl mit Steinplatten verkleideten Piscina dürften Säulen eines Baldachins gestanden haben, zwischen denen als Sichtschutz Vorhänge, Lampen und eventuell ein Gießgefäß befestigt werden konnten. Über Stufen auf zwei Seiten stieg der Täufling in das Becken. Die Taufe selbst erfolgte durch Übergießen des im Becken stehenden Täuflings. Das Taufbecken bildete das Zentrum des Baptisteriums, eines rechteckigen Baues östlich der frühchristlichen Vorgängerkirche des Alten Domes. Es war durch zwei seitliche Anbauten, die eventuell als Umkleideräume genutzt wurden, kreuzförmig erweitert. Das Baptisterium ging mit dem Bau des Alten Domes um 800 zugrunde. An seine Stelle trat ein Friedhof.

Neugestaltung der östlichen Domumgebung und des Vorraumes

Zwischen 2013 und 2016 wurde die gesamte östliche Domumgebung und damit das Umfeld des Baptisteriums nach Entwürfen des Münchener Architekturbüros Allmann Sattler Wappner Architekten neu gestaltet. Im Rahmen der Neugestaltung entstand auch ein neuer großzügiger Vorraum für das Baptisterium. Er öffnet sich nach Osten durch ein Panoramafenster zur Stadt hin, durch das das Baptisterium Tag und Nacht zu sehen ist. Zusätzlich wird der Raum durch ein aufwändig gestaltetes Gitter aus Goldbronze geschützt, das in seiner Ornamentik den Grundriss des Taufbeckens aufgreift. Die Wände des Raumes sind mit gefalzten Goldbronzeplatten verkleidet, die an die ehemaligen Vorhänge des frühchristlichen Baptisteriums erinnern sollen. Die darüberliegenden Wände und die Decke sind anthrazitfarben gestrichen. Die eingestreuten Steine des Terrazzofußbodens sind eine vage Reminiszenz an die Mosaike, mit denen das Baptisterium eventuell einst geschmückt war. Integriert in den Neubau ist ein Schutzbau aus Ziegelsteinen, der bereits 1866 zum Schutz der Piscina errichtet worden war. Wesentlicher Teil der Gestaltung ist die Lichtinstallation »zwei, drei Szenen für das Baptisterium« von Mischa Kuball, die den Grundriss des Baptisteriums und die Christussymbole A und Ω aufgreift. Inhaltlich begleitete der Planungs- und Bauprozess durch die Arbeitsgemeinschaft Baptisterium (ArGe Bap).

Das Baptisterium als ökumenischer Taufgedächtnisort

Das Baptisterium ist kein sakraler Raum, sondern Teil der Domgrabung und ihrer archäologischen Zone. Daher werden im Baptisterium keine Taufen gespendet. Allerdings lädt der älteste Taufort Kölns dazu ein, sich zum einen der Wurzeln und der langen Tradition des Christentums in unserer Stadt zu erinnern, zum anderen der eigenen Taufe zu gedenken sowie im ökumenischen Miteinander das Sakrament der Taufe zu bedenken.

In diesem Sinne begrüßt es das Domkapitel, wenn das Baptisterium von Gruppen nicht nur aus historischem, sondern besonders auch aus ökumenischem, katechetischem und spirituellem Interesse aufgesucht wird. Insofern es sich nicht um Führungen handelt, sondern um Taufgedächtnisfeiern, Firm- oder Konfirmandenbesuche etc., ist die ArGe Bap als Ökumenische Arbeitsgemeinschaft zuständige Ansprechpartnerin.

Das Baptisterium ist im Rahmen von Führungen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dombauhütte zu besichtigen. Informationen unter www.domfuehrungen-koeln.de

 

Matthias Deml

Kulturstiftung Kölner Dom Das Generationenprojekt 11.000 Sterne für den Kölner Dom ZENTRAL-DOMBAU-VEREIN ZU KÖLN VON 1842 DOMKLOSTER 4